Sie sind hier: Fächer&AGs » Wissenswertes » Vogelhäusje
Vogelhäusje aus Schülerhand

Im Handel kosten Vogelfutter-Häuschen etwa 15 bis 35 Euro - und sind nach An- sicht der Schüler vom Sulzbacher Theodor-Heuss-Gymnasium nicht gerade liebevoll gemacht. Ihre eigenen dagegen überzeugen durch Besonderheiten wie bestes Sperrholz, von Hand zugeschnittene Teichfolie (fürs Dach), eine Futterschublade aus Alu und vor allem durch die Leidenschaft, mit der sie hergestellt wurden. Es sind halt echte Sulzbacher „Vogelhäusjer". „Vogelhäusje" lautet auch der Name der Schülerfirma, die sich im August im Rahmen des bundesweiten „Junior"-Projektes des Institutes der deutschen Wirtschaft an dieser Schule gründete. Im Saarland gibt es insgesamt 13 Firmen dieser Art. Ein Jahr lang soll „Vogelhäusje" fast wie eine richtige Firma funktionieren, mit Businessplan, wöchentlichen Sitzungen, Marketing-Überlegungen, einem Etat von 900 Euro, Geschäftsberichten und hoffentlich auch mit wirtschaftlichem Erfolg. Die 21 Schülerinnen und Schüler der neunten Klassen haben den 16-jährigen Fabian Meyer zum Vorstand gewählt. Viel beschäftigt in diesen Tagen ist auch Produktionsleiter Christoph Reichardt, 18. Mit seinen acht bis zehn Mitstreitern will er, nachdem die Prototypen jetzt überzeugt haben, in die Produktion einsteigen. Das Weihnachtsgeschäft darf den Probe-Unternehmern nicht durch die Lappen gehen. Die jungen Leute können noch nicht einschätzen, wie groß die Nachfrage sein wird und ob sie auch schnell genug mit der Produktion nachkommen können. Um nicht überrollt zu werden, haben sie vorsichtshalber noch keine Internetseite gebastelt. Auch der Preis der in Handarbeit entstehenden Häuschen steht noch nicht exakt fest, dürfte aber bei etwa 20 Euro liegen. Gesucht wird auch noch eine Verkaufsstelle beziehungsweise ein Kooperationspartner. Zunächst ist an persönliche Auslieferung oder Postversand gedacht. Studienrat Klaus Damde, ein Mathelehrer, ist Betreuer des Projektes und sehr angetan vom Eifer der Schüler. Sie könnten hier „etwas Handfestes für das echte Leben lernen". Das Projekt hat nach Einschätzung seiner Betreiber inzwischen ein gutes Niveau. „Es sieht seriös aus, nicht kindlich", wurde bei der letzten Sitzung über das Bestellformular geurteilt. Diese Bewertung darf aber auch für das große Ganze herhalten. Das Junior-Projekt hatte im Spätsommer mit der Überlegung begonnen, ob man lieber Dienstleistungen oder ein Produkt anbieten wolle. Man einigte sich auf Vogelhäuschen, weil sie relativ leicht herzustellen und ein beliebter Artikel sind. Nach dem Winter sollen Brutkästen produziert werden. Wer Interesse an Vogelhäusje hat, schreibe an vogelhaeus-je@live.de

„Junior"-Programme des Institutes der deutschen Wirtschaft Köln unterstützen Schüler für ein Schuljahr dabei, ein Unternehmen zu gründen. Sie wollen das Verständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge fördern und die Teilnehmer animieren, sich zu engagieren und Verantwortung zu übernehmen. Im Team erlernen und erproben junge Menschen Grundprinzipien unternehmerischen Handelns. Zudem wollen die Programme das Schulprofil stärken und den Unterricht lebendig gestalten. Die Junior-Programme wollen auch „eine erstklassige Brücke zwischen Schule und regionaler Wirtschaft schlagen".

Von SZ-Redakteur Peter Wagner (SZ v. 25.11.2011)

Sie sind hier: Fächer&AGs » Wissenswertes » Vogelhäusje