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Festakt am THG


Es war einer dieser Augenblicke, in denen man in Gesichtern junger Leute ablesen kann, wie groß ihre innere Bewegung ist und dass sich gerade etwas Bedeutungsvolles abspielen muss. Etwas, das di Jugendlichen nicht so schnell vergessen werden. Der Schulchor des Theodor-Heuss-Gymnasiums rockte am vergangenen Freitag unter der Leitung von Musiklehrerin Marie-Luise Keller-Sandner in der Aula des Schulgebäudes vor proppenvollem Haus bis hoch in die Ränge den Projektsong „Farbenblind". Am Klavier: Musical-Berühmtheit Frank Nimsgern, Komponist und Pate der Veranstaltung. Das Sulzbachtal hat nun offiziell, neben der Edith-Stein-Schule in Friedrichsthal, eine weitere Schule mit dem Qualitätssiegel „Schule ohne Rassismus- Schule mit Courage". Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums haben sich vor allem im letzten Jahr mit Themen wie Rassismus und Streitschlichtung auseinandergesetzt. Am Freitag feierte die Schule mit allen 521 Jungen und Mädchen, Lehrern und prominenten Gästen die Verleihung der Plakette.„Ich bin stolz auf diese Schule. Die Schüler haben gelernt, Streit zu schlichten, ohne gleich draufzuhauen", äußerte Klaus Kessler in seiner Rede. Ein Gefühl, das der Bildungsminister mit dem Leiter der Landeszentrale für politische Bildung, Burkhard Jellonek, teilte, der durch den Festakt führte. Der Vertreter der Landeszentrale, die als Träger und Initiator des Gesamtprojektes„Schule ohne Rassismus- Schule mit Courage" auf den Plan trat, stellte fest: „Das Saarland hat nunmehr 23 Schulen ohne Rassismus."„So was macht stolz. Wir brauchen solche Projekte, um Brücken zu schlagen", formulierte es Bürgermeister Michael Adam in seinem Grußwort. In zwei Gruppen hatten sich rund50SchülermitdenProblemthemen befasst. „Wir haben gelernt, wie man sich selbst Rückhalt gibt, denn man neigt dazu, die Verantwortung auf andere zu schieben", erläuterte der Zwölftklässler Steffen Spier von der AG-Zivilcourage. Wir haben trainiert, wie man sich selbst bei einem Übergriff nicht in Gefahr bringt", informierte Schüler Jannik Schimpff von der Mediations-AG die Festgäste. Dass es oft gerade die Mischung der Nationen ist, die etwas Neues kreieren, stellte indessen Frank Nimsgern klar. Der Musical-Komponist hatte vor einem halben Jahr eigens für das bundesweite Anti-Rassismus-Schulprojekt den Song „Farbenblind" geschrieben. „Aktuell habe ich in Berlin bei einem Musical-Projekt Leute aus 42 Nationen auf der Bühne. Die Mischung macht's", sagte Nimsgern durchs Mikro. Der Musiker und Regisseur weiß um die Wichtigkeit solcher Projekte:„In Metropolen wie Berlin ist das richtig heftig, das ist ein Schmelztiegel der Aggressionen. Im Saarland ist dagegen die Welt noch in Ordnung", so der gebürtige St. Ingberter. Umso wichtiger sei es, die Sprache gegen Rassismus zu nähren. Auch Schülersprecher Christoph Reichardt bestätigte im Gespräch mit der SZ:„Hier an der Schule gibt es recht wenig ernsthafte Streitigkeiten zwischen Schülern. Das Projekt dient der Stärkung des Zusammenhalts", so der 18-Jährige. Einerstaunlicher Umstand angesichts der 18 verschiedenen Nationalitäten innerhalb der Schülerschaft des Theodor-Heuss-Gymnasiums.

Originalbericht der SZ

Von SZ-Mitarbeiterin Anne Allenbach   (SZ v. 29.10.2011)

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