Theodor Heuss, der Namensgeber unseres Gymnasiums, hat einmal gesagt: „Demokratie und Freiheit sind mehr als Worte. Sie sind lebensgestaltende Werte.“ Und doch bedürfen diese Werte Worten, um zu existieren. Um die praktische Umsetzung zu befördern, hatten die Direktorin, Frau Missy-Kallenbach, und Herr Steinmetz am 22. Oktober etwas Unterstützung von den Meistern des Fachs erbeten. Der Rekordhalter selbst war zu Besuch. Wer mit diesem Wort den FC Bayern München verbindet, dem sei die unbedachte Assoziation nachgesehen, doch darf er nicht außer Acht lassen, dass die Redetalente der Spieler dieses Vereins noch etwas rudimentär sind, um einer solchen Erwartung zu genügen. Ein scheuer Blick auf die Interviews mit Lukas Podolski mögen genügen... Nein, unser Rekordmeister kam aus Mainz: Der Debattierclub der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz sandte uns im Rahmen des Projekts „Debattieren macht Schule“ seine hervorragendsten Vertreter Marcel Giersdorf, am 15. Juni 2008 im Finale der größten Debattierveranstaltung Deutschlands zum besten Redner des Turniers gewählt, Thore Wojke, Daniil Pakhomenko und Max Fritz, um uns in die hohe Kunst des Wortgefechts einzuweisen.
Das Quartett gab uns bereits sehr früh einen Eindruck seines Könnens, indem es sein Projekt und das Debattieren selbst in einer ebenso prägnanten wie kurzweiligen und witzigen Präsentation vorstellte. Nachdem uns die Regeln bekannt gemacht worden waren, ging es für uns frisch ans Werk. In freier und gleicher Wahl wurde das Thema „Führerschein ab 16“ als Streitfrage ausgewählt, und es erfolgte eine Einteilung in Gruppen, wobei zwei „Regierungsgruppen“, aufgefordert zum unbedingten Durchboxen des eigenen Antrags, und zwei „Oppositionsgruppen“ ausgewählt wurden. Die Debatten fanden zwischen diesen Gruppen statt, während sich die zur interessierten Rezeption verurteilte Restmenge wegen der Überzahl aller Teilnehmer als Juroren übte / üben musste.
Leider mussten unsere studentischen Tutoren gegen 12.00 Uhr wieder die Heimreise antreten. Sie luden uns allerdings zu weiteren Veranstaltungen des Clubs herzlich ein. Mit Worten des Lobs verabschiedeten sie sich von uns, aber auch die GOSdTHG (für alle Nichtsaarländer: die Gymnasiale Oberstufe Saar des Theodor-Heuss-Gymnasiums) hatte nur Gutes zu berichten, und eine Vielzahl von Schülern erklärte sich bereit, ebenfalls einen Debattierclub an unserer Schule ins Leben zu rufen.
Als Fazit kann gelten: Die Veranstaltung war ein voller Erfolg. Den Schülern, die insgesamt sehr interessiert die Einführung aufgenommen und kreativ gestaltet haben, wurde das im Unterricht nur spärlich behandelte Thema „Rhetorik“ näher gebracht; das Interesse an der freien Rede wurde gestärkt und - fiel auf fruchtbaren Boden im Wissen um eine Erfahrung, die nicht nur in der Schule, sondern später auch in Beruf und Studium fruchtbringend eingesetzt werden kann.
Das Theodor-Heuss-Gymnasium muss sich also keine Sorgen machen: Wir, die Schülerinnen und Schüler und unsere Lehrerinnen und Lehrer, verfügen über das Potential, Demokratie zu (er)leben.
Ein besonderer Dank ergeht an dieser Stelle an:
Frau StD'in Gabriele Missy-Kallenbach, ohne deren Unterstützung das Projekt nicht zustande gekommen wäre,
Olaf Schaumlöffel, den „Urinitiator“, früheren Schüler des THG und zum jetzigen Zeitpunkt beim europäischen Parlament in Brüssel arbeitenden Juristen und Mitglied der Alumni-Gruppe 2000,
an Herrn StR Albert Steinmetz jr., den Initiator der Veranstaltung, ohne dessen Einsatz wir nie in den Genuss dieser Erfahrung gekommen wären,
den Hausmeister, der uns während der hitzigen Debatte mit kühlem Wasser versorgte, und
nicht zuletzt an den DCJG, insbesondere an Marcel, Thore, Daniil und Max, die Hauptakteure der Präsentation, die uns in unvergesslicher Erinnerung bleiben werden.
Wir freuen uns auf ein baldiges Wiedersehen!
Christoph Eckert